Fragen & Antworten zur Ad-hoc Unternehmensmeldung vom 12. Januar

19.01.2017

 

Zur jüngsten Ad-hoc Meldung der iQ Power Licensing AG vom 12. Januar 2017 wurde die Gesellschaft verschiedentlich gebeten, den darin gegebenen komplizierten Sachverhalt anhand eingereichter Fragen näher zu erläutern. Dem kommen wir gerne nach.

Ihr Kommunikations-Team
iQ Power Licensing AG

 

 

Q & A

 

Bisher hatte der Eindruck bestanden, dass eine zweite Produktionslinie im Werk von iQ Power Asia beschlossenen Sache sei. In der jüngsten Adhoc-Meldung ist nun lediglich die Rede davon, dass über eine zweite Produktionslinie „gesprochen“ werde. Was ist der Sachverhalt?

Beides ist richtig. Das Management von Discover Energy hatte sich bereits im Sommer vergangenen Jahres für eine zweite Fertigungslinie ausgesprochen. Um aus Sicht des Managements sich einer solchen Investition sicher zu sein, bedarf es jedoch einiger Voraussetzungen: 1)-Hohe Nachfrage nach Produkten, 2)-Erstellung eines Fertigungs-Layouts sowie eines Einkaufsplans für Maschinen und Anlagen und 3)-nicht zuletzt ein Werk, in dem das Management die Richtung vorgibt und nicht durch die Verwaltung eines Gerichts gebremst wird. Daher ist eine Beendigung der Umstrukturierung mit Verwaltung des Gerichts erste Voraussetzung, um anschließend die Investitionen anzustoßen.

Einer vorzeitigen Beendigung der Umstrukturierung mit Verwaltung des Gerichts durch Abfindung der Gläubiger hat das Gericht in Südkorea bereits zugestimmt. Der formale Akt durch Unterzeichnung der Verträge durch das Gericht soll bald folgen. Dann erst kann eine Beauftragung der Produktionsanlagen für die zweite Linie erfolgen.

 

Aus welchem Grund hat der Verwaltungsrat der iQ Power Licensing AG einer Pflicht-Wandelanleihe über 2,5 Mio. Euro durch die Discover Energy Gruppe zugestimmt und zugleich der Zeichnung einer Wandelanleihe durch die iQ Power Licensing AG in gleicher Höhe an die Discover Energy Gruppe? Was verbirgt sich dahinter?

Grundsätzlich handelt es sich hierbei um Darlehen, die später in Aktienanteilen zurückbezahlt werden. Eine Bezeichnung als Wandelanleihe ist daher gerechtfertigt. Das Gesamtkonstrukt ist durchaus etwas komplex:

Aufgrund der Umstrukturierung bei der iQ Power Asia Inc. und der gerichtlich angeordneten Kapitalreduktion, die für alle Anteilseigner der unter der Umstrukturierung geführten koreanischen Produktionsgesellschaft gleichermaßen gilt, hat sich der wertmäßige Anteil der iQ Power Licensing AG an dem Joint Venture-Unternehmen ebenfalls stark verringert.

Diese starke wertmäßige Verringerung ist wegen der unter der Umstrukturierung geführten Firma rein bilanztechnisch zu betrachten und hat mit der tatsächlichen Bewertung des Werkes nichts tu tun.

Wichtig ist: Die gegenseitige Maßnahme in identischer Höhe ist ausschließlich der geringen Bewertung der iQ Power Asia Inc. geschuldet, solange das koreanische Werk unter der Umstrukturierung geführt wird. Wird diese gerichtliche Verwaltung beendet, ändert sich auch die Bewertung des Werkes. Darauf wird später noch eingegangen.

Um für die Bilanz im Geschäftsjahr 2016 das Eigenkapital der iQ Power Licensing AG wegen der verringerten bilanztechnischen Bewertung der koreanischen Beteiligung nicht unzulässig absinken zu lassen, haben beide Unternehmen, die iQ Power Licensing AG (IQPLAG) und die Discover Energy Gruppe (DEG), eine gegenseitige Kapitalmaßnahme über jeweils 2,5 Mio. Euro vereinbart.

 

Was bedeutet das nun konkret?

Durch das als Pflicht-Wandelanleihe bezeichnete Darlehen seitens DEG erhöht sich in der Bilanz der IQPLAG im Geschäftsjahr 2016 das Eigenkapital auf das für eine ausgewogene Bilanz erforderliche Maß. Zugleich erhöht DEG durch die 2,5 Mio. Euro Kapitaleinlage seine Beteiligung an der IQPLAG. Die Aktien, die durch Umwandlung des Darlehens an DEG ausgegeben werden, sind durch den Vorratsbeschluss der Generalversammlung gedeckt.

 

Was hat es mit dem Darlehen der iQ Power Licensing AG an der Discover Energy Gruppe auf sich, wie muss man verstehen was dahintersteckt?

In der Discover Energy Gruppe (DEG) zusammengefasst sind alle Unternehmen wie die Discover Energy Corporation DEC sowie deren neu gegründete Gesellschaft Discover Energy Korea DEK, die als koreanische Holding  den größten Teil der Beteiligung von DEC an der koreanischen IQPA hält.

Damit die iQ Power Licensing AG ihre Anteile an der koreanischen IQPA Inc. behält und später wieder als Eigenkapital einbringen kann, wurde ein als Wandelanleihe bezeichnetes Darlehen der IQPLAG an die Discover Energy Gruppe über den identischen Betrag von 2,5 Mio. Euro vereinbart. Dieser Betrag muss später wieder durch DEG in Form von Aktienanteilen der IQPLAG an dem koreanischen Werk zurückbezahlt werden.

Mit der beabsichtigten Beendigung der Umstrukturierung von IQPA ist danach der tatsächliche Wert des Werkes wieder Grundlage für die weitere bilanztechnische Berechnung. 

 

Wie verändert sich der Anteil von Discover Energy an der IQPLAG?

Der Anteil der Discover Energy Gruppe an der iQ Power Licensing AG wird sich von rund 7% auf dann rund 18% erhöhen. 

 

Gibt es für DEG eine Haltefrist für die erworbenen Aktien? Ist zu befürchten, dass DEG seine Aktien danach auf dem Markt bringen könnte, wodurch der Aktienkurs ausgebremst würde?

Eine Haltefrist ist mit der Wandlung des Darlehens in Aktien nicht verbunden. Eine eventuelle Sorge, dass DEG aus seiner strategischen Beteiligung Anteile veräußern könnte, ist gänzlich unbegründet. Das Management von DEC sieht ihre Beteiligung an der IQPLAG als strategisches Investment und zur Absicherung ihres wachsenden Engagements in Südkorea.  So hat DEC bereits Ende 2012 Aktien im Wert von einer Mio. Euro gekauft und hat seitdem keine Aktien verkauft.

 

Über die tatsächlichen Produktionsmengen des Werkes iQ Power Asia schweigt sich die iQ Power Licensing AG aus. Warum ist das so?

Über die maximale Produktionskapazität des Werkes und die Auslastung im Allgemeinen hat die iQPLAG regelmäßig berichtet. Die iQ Power Asia Inc. ist jedoch ein Lizenznehmer der iQ Power Licensing AG. Auch wenn der Name eine enge Verbindung assoziiert, so ist das koreanische Unternehmen dennoch eine eigenständige Gesellschaft, an der die IQPLAG lediglich eine Minderheitsbeteiligung hält. Zu Auskünften über tatsächliche Produktionsvolumen einzelner Lizenznehmer hat das Unternehmen daher grundsätzlich keine Berechtigung.